Weitere Nächte mit NLCs über Aachen

Es gab zwei weitere Nächte mit nachteuchtenden Wolken über Aachen. Einmal gab es am 22.06.2018 ein ausgedehntes aber schwaches Feld im Nordwesten von Aachen

22./23.06.2018

Nachtleuchtende Wolken am 22.06. über Vaals
Nachtleuchtende Wolken am südwestlichen Himmel über Aachen. Auf dem Bild sind Venus (links) und Capella (rechts) zu sehen. Die Kirche unten links im Bild steht im Niederländischen Vaals.
Nachtleuchtende Wolken am 22.06. über Vaals
Vergrößerte Darstellung der NLC am 22.06.2018 in Aachen. Auch wenn die Nachtleuchtenden Wolken hier nur schwach zu sehen sind, sind die Strukturen gut zu erkennen.

 

Aus dieser Nacht gab es eine ganz Reihe weiterer Sichtungen im AKM Forum im Beitrag zum 22./23.6.2018.

25./26.06.2018

Nachtleuchtende Wolken am 25.06. in Aachen
Nachtleuchtende Wolken über dem Schneeberg bei Aachen.

Bei diesem Feld drei Tage später bin ich mir nicht zweifelsfrei sicher. Es fehlen die characteristischen Spuren der NLCs, aber die Dämmerung ist zweifelsfrei recht blass, was auf NLCs hinter der horizontnahen Bewölkung hindeuten könnte. Im Forum gab es jedoch einige Sichtungen.

Nachtleuchtende Wolken (NLC) 18./19.06.2018

In den hellen Nächten des Sommers kann man in polaren und mittleren Breiten immer wieder die nach wie vor etwas mysteriösen nachtleuchtenden Wolken, (engl. NoctiLucent Clouds, NLC) beobachten. Letzte Nacht war dies über großen Teilen Europas der Fall und auch ich hier in Aachen hatte das Glück, dass der Nordhorizont Wolkenfrei (aber nicht Baumfrei) war, so dass ich diese auch beobachten und Fotografieren konnte.

Nachtleuchtende Wolken NLC über Aachen
Nachtleuchtende Wolken über Aachen

Begleitet wurde das ganze von etwa einem duzend ganz irdischer nachtleuchtender Wesen, den Glühwürmchen. Und was wäre ein Astrofotograph, wenn nicht auch diese (natürlich als Strichspur) als Motiv eingefangen würden 🙂

Ein Glühwürmchen im Flug
Flugspur eines Glühwürmchens

Die Aufnahme gelang mir mit Blende 2.8, ISO 25600 und 5s Belichtungszeit. Das rauscht natürlich gewaltig, aber das grünlich leuchtende Glühwürmchen ist trotzdem ganz gut zu erkennen.

Weitere Sichtungen der NLCs sind im Forum beim AKM der VdS vermerkt.

Jupiter am 4.6.2018

Nach einigen gewittrigen Wochen hier bei uns hatte ich kürzlich nochmal die Möglichkeit den Himmel zu beobachten. Da es im Juni jedoch kaum richtig dunkel wird habe ich mir hier nochmal den Jupiter vorgenommen. Die Aufnahme entstand Fokal am 8″/ 3000mm Refraktor der Sternwarte Aachen kurz vor Mitternacht am 4.6.2018.

Neben dem Jupiter in der Mitte sind links noch die Monde Ganymed und links darunter Europa, sowie rechts vom Jupiter Io zu sehen. Auf dem Jupierter ist deutlich der Große Rote Fleck (GRF) zu sehen welcher gerade in Blickrichtung rotiert.

Jupiter am 4.6.2018
Jupiter mit den Monden Ganymed, Europa und Io am Abend des 4.6.2018. Aufgenommen mit dem 200mm/3000mm Refraktor an der Sternwarte Aachen.

Gedränge im Zenith

Während ich letzte Nacht den Frühlingshimmel visuell genossen habe, habe ich eine Bilderserie mit feststehender Kamera aufgenommen. Die Serie besteht aus 180 einzelnen Aufnahmen mit jeweils 30s Belichtung bei Blende 2.8 und 17mm an meiner Nikon D7200 bei ISO 1600. Für die Aufnahme unten wurden diese mit der Maximumsfunktion von Fitswork kombiniert.

Auch bei solch vergleichsweise einfachen Astroaufnahmen sind immer ein paar Dinge zu sehen. Ganz offensichtlich ist natürlich die Erddrehung über die gut eineinhalb Stunden der Aufnahme. In diesem Fall sind das etwa 25° um welche sich die Sterne scheinbar um den Himmelspol bewegen.  Dabei fällt sofort auf, dass auch Polaris (der helle Stern in der Nähe des Rotationszentrums) einen deutlich sichtbaren Bogen ausführt. Er liegt eben nicht exakt in der Verlängerung der Erdachse. Was mir letzte Nacht jedoch besonders aufgefallen ist, ist die große Anzahl an menschgemachten Objekten über unseren Köpfen. Bei der Serie ist kaum ein Einzelbild dabie wo nicht mindestens ein Flugzeug oder Satellit zu sehen ist. Durch die Kombinierung der Bilder auf das Maximum aller Einzelaufnahmen sind deren Leuchtspuren bei dieser Art der Aufnahme besonders deutlich zu sehen. Auch wenn diese Objekte den visuellen Beobachter deutlich weniger stören als die allgegenwärtige Lichtverschmutzung, ist es doch immer wieder (erschreckend) beeindruckend wie stark der Mensch den Himmel mittlerweile für sich eingenommen hat.

Strichspuraufnahme un den Himmelsnordpol
Strichspuraufnahme um den Polarstern

Tag der Astronomie 2018 in Aachen

Der Tag der Astronomie in Aachen war auhc 2018 wieder ein großer Erfolg. Bei schönstem Wetter konnte das Programm genauso umgesetzt werden wie es geplant war. Angefangen mit dem Bastelprogramm für Kinder sowie den beliebten Wasserraketenstarts am Nachmittag …
Kinderprogramm an der Sternwarte Aachen

Raketenstart an der Sternwarte Aachen
… konnten Abends noch Mond und Venus, sowie die Sternentstehungsgebiete rund um Orion und Einhorn, beobachtet werden.
Sternenspuren über der Sternwarte Aachen

Weitere Bilder gibt es u.a. in meinem Fotowald.

Tag der Astronomie 2018

Am Samstag, dem 24. März 2018 findet der 16. Astronomietag im deutschsprachigen Raum statt. Koordiniert wird der Tag von der Vereinigung der Sternenfreunde, welche auch eine Karte mit allen angemeldeten Veranstaltungen zur Verfügung stellt.

Darunter ist natürlich auch wieder die Sternwarte in Aachen, wo ab 16h mit Raketenstarts und Kindervorträgen der Tag er Astronomie beginnt. Am Dämmerungshimmel sind dann (hoffentlich) als erste Himmelsobjekte der Mond und die Venus zu erspähen, bevor am späteren Abend der Blick auf den Galaxienreichen Frühlingshimmel geht.

Wie immer ist der Eintritt frei und für das Leibliche wohl wird gesorgt.

 

Aldebaranbedeckung durch den Mond, 23.2.2018

Aldebaran kurz vor der Bedeckung durch den Mond. Aufgenommen mit 200mm bei Aachen.

Der Mond bei Aldebaran am Abend des 23.2.2018 kurz vor dessen Bedeckung. (Aldebaran ist am linken unteren dunklen Rand des Mondes zu sehen).

Eine kleine Mondfinsternis und (k)eine Sonnenfinsternis

Am 21.08.2017 fand in den USA die “great American Eclipse” statt. Als Saros-Nachfolder der “großen Europäischen Finsternis” von 1999 blieb es zumindest bei der Superlativen Bezeichnung.

Zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis steht der Vollmond immer noch nah am Knoten der Mondbahn mit der Ekliptik, so dass es hier häufig zu einer Mondfinsternis kommt. Die in diesem Falle partielle Mondfinsternis am 07.08.2017 konnt ich kurz nach Mondaufgang in den Alpen ablichten. Zunächst versteckte dsich der Mond noch hinter einem Berg und einem nahen Baum

Mondaufgang hinter Bergen und Bäumen

um dann aber doch noch, partiell vom Halbschatten verfinstert, sichtbar zu werden.

Partielle Halbschattenphase nach Mondaufgang. Am rechten unteren Rand ist die leichte Abdunklung des Mondes zu sehen.

Die Bilder der Mondfinsternis entstanden in den Alpen.

Die Sonnenfinsternis wollte ich hier von Aachen aus beobachten. Doch im Gegensatz zur Finsternis in Amerika, wo der Mond die Sonne vollständig bedecken sollte (so wie 1999 in Mitteleuropa), wäre die Finsternis hier gerade beim Sonnenuntergang mit unter 1% Bedeckung kaum zu sehen. Dennoch habe ich den Versuch gewagt und wurde leider auch noch enttäuscht. Kurz vor der interessanten Phase war die Sonne noch durch eine große Wolkenlücke zu beobachten

 

20min vor Begin der Sonnenfinsternis in Aachen. Die Sonne zeigt sich deutlich durch zwischen einigen Wolken.

Allerdings ist die Sonne dann doch 10min vor Begin der Finsternis hier in Aachen hinter der tiefen Wolkenbank verschwunden.

Die letzten Strahlen der Sonne. Zehn Minuten VOR dem beginn der winzigen Finsternis in Deutschland.

Schade. Ich hatte gehofft die Finsternis wenigstens von Aachen aus nachweisen zu können.

Die nächste Chance bekommen wir hier in knapp vier Jahren, wenn am 10. Juni 2021 die Sonne am Mittagshimmel zu 14% vom Mond bedeckt wird.

Tagbeobachtung der Venus während der unteren Konjunktion 2017

Am 25.03.2017 stand die Venus in unterer Konjuktion zur Sonne. Dabei steht die Venus zwischen Erde und Sonne. Durch die Neigung der Bahnebenen zueinander, steht die Venus dabei meistens etwas über oder unter der Sonne. Nur selten (wie z.B. 2004 und 2012) steht Venus genau vor der Sonne und ist dann als schwarze Scheibe vor der Sonne zu beobachten, dies nennt sich dann Venustransit.

Im Jahr 2017 stand Venus zum Zeitpunkt der unteren Konjunktion etwa 8° nördlich von der Sonne. Für beobachter auf der Nordhalbkugel sind das ideale Bedingungen die sehr dünne Sichel zu beobachten, da die Venus über der Sonne am Himmel steht.

Zum gestrigen Tag der Astronomie (und dem Tag der eigentlichen unteren Konjunktion) war der Himmel über Aachen leider nicht klar genug um die Venus zu finden. Auch ist eine Sichtung der Venus nicht ganz einfach, und damit nicht unbedingt geeignet für eine große öffentliche Veranstaltung. Am 26.03. also einen Tag nach der unteren Konjuktion gelang mir folgende Sichtung der Venus.

Die Venus am 26.03.2017 um 15h MESZ am Taghimmel. Einzelne Aufnahme mit einer D90 und einem 4″ Maksutov mit 1350mm Brennweite.

Das Bild zeigt eine einzelne Belichtung mit 1350mm Brennweite am 26.03.2017 um exakt 15h MESZ.

Das Foto gibt gut den Eindruck im Teleskop zu einem Zeitpunkt mit gutem Seeing wieder.