Tagbeobachtung der Venus während der unteren Konjunktion 2017

Am 25.03.2017 stand die Venus in unterer Konjuktion zur Sonne. Dabei steht die Venus zwischen Erde und Sonne. Durch die Neigung der Bahnebenen zueinander, steht die Venus dabei meistens etwas über oder unter der Sonne. Nur selten (wie z.B. 2004 und 2012) steht Venus genau vor der Sonne und ist dann als schwarze Scheibe vor der Sonne zu beobachten, dies nennt sich dann Venustransit.

Im Jahr 2017 stand Venus zum Zeitpunkt der unteren Konjunktion etwa 8° nördlich von der Sonne. Für beobachter auf der Nordhalbkugel sind das ideale Bedingungen die sehr dünne Sichel zu beobachten, da die Venus über der Sonne am Himmel steht.

Zum gestrigen Tag der Astronomie (und dem Tag der eigentlichen unteren Konjunktion) war der Himmel über Aachen leider nicht klar genug um die Venus zu finden. Auch ist eine Sichtung der Venus nicht ganz einfach, und damit nicht unbedingt geeignet für eine große öffentliche Veranstaltung. Am 26.03. also einen Tag nach der unteren Konjuktion gelang mir folgende Sichtung der Venus.

Die Venus am 26.03.2017 um 15h MESZ am Taghimmel. Einzelne Aufnahme mit einer D90 und einem 4″ Maksutov mit 1350mm Brennweite.

Das Bild zeigt eine einzelne Belichtung mit 1350mm Brennweite am 26.03.2017 um exakt 15h MESZ.

Das Foto gibt gut den Eindruck im Teleskop zu einem Zeitpunkt mit gutem Seeing wieder.

 

Tag der Astronomie 2017

Am Samstag 25.03.2017 findet der 15. Tag der Astronomie statt. An diesem Tag bieten diverse Astronomische Einrichtungen, hauptsächlich im deutschsprachigen Raum, Veranstaltungen an. Eine Übersicht gibt es bei der Vereinigung der Sternenfreunde.

Auch die Sternwarte Aachen macht wieder mit. Schon ab 16h (nicht wie in der Presse erst ab 18h!) gibt es ein Programm für Kinder mit Experimenten, Vorführungen und Vorträgen. Daneben werden diverse Teleskope zur Verfügung stehen um den Himmel unter fachkundiger Anleitung zu beobachten. Weitere Vorträge bis 22h runden den Abend ab.

Für das Leibliche Wohl wird gesorgt, der Eintritt ist natürlich frei.

Eindrücke der letzten Jahre gibt es z.B. hier: http://www.fotowald.de/index-27.html

EDIT:

Der Tag der Astronomie in Aachen war wie in den letzten Jahren gut besucht. Es konnte bis kurzt vor Mitternacht nicht nur der Orionnebel und Jupiter beobachtet werden, sondern später auch noch einige Galaxien, wie etwa das Leo Triplet M65/66 und die UMa Gruppe mit M81 und M82. Ein paar Eindrücke gibt es hier zu sehen.

Halbschatten Mondfinsternis am 16.09.2016

Heute am frühen Abend ereignete sich über dem größten Teil der Erde eine Halbschattenmondfinsternis. Da der Mond hier nicht in den Kernschatten der Erde vordringt, die Sonne also überall auf dem Mond zumindest noch teilweise scheint, zeigt sich die Finsternis nur in einer leichten Verdunklung des Mondrandes auf einer Seite.

Hier in Aachen war der Mond zum Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung noch hinter einer Wolkenbank verborgen.

zeigte sich jedoch bald darauf mit seiner minimalen Verdunklung am oberen Rand:

was in der Kontrastverstärkten Version deutlich besser zu sehen ist

Mit dem bloßen Auge war die Finsternis kaum zu sehen und es wirkte wie eine normale Vollmondnacht.

Weitere Bilder von mir gibt es in meinem Fotowald, und eine wachsende Anzahl aktueller Links bei Daniels Skyweek.

Der Merkurtransit 2016 an der Sternwarte Aachen

Es hat geklappt! Auch wenn das Wetter an den Tagen vor dem Merkurtransit deutlich besser war als am Tag des Transits selbst, so war der Himmel doch klar genug um in Aachen den größten Teil des Ereignisses zu sehen. Am Satellitenbild ist zu sehen, dass nur der Westen Deutschlands mit einer Zirrendecke bedeckt war, währen der Rest von Deutschland freie Sicht auf Merkur und Sonne hatte.

Zirren über der Sternwarte in Aachen trüben zwar den Blick auf Merkur und Sonne, verhindern ihn aber glücklicherweise nicht.

Neben dem 200/3000mm Zeiss-Refraktor der Sternwarte standen auch einige Private Teleskope zum Beobachten zur Verfügung.

Kurz nach dem zweiten Kontakt gelang mir folgende Aufnahme des Merkurscheibchens vor der Sonne:

Merkur vor der Sonne um 13:25h MESZ. Aufnahme mit fotografischer Sonnenfolie an einem 102mm/1350mm Maksutov mit einer s/w Kamera. Addition von 1% der besten Aufnahmen aus einem 3min Video.

Merkur ist hier deutlich als kleine Scheibe vor der Sonne zu sehen. Der Visuelle Eindruck zeigt sich besser bei diesen beiden Bildern, welche die Sonne komplett zeigen. Zunächst durch Zirren

Merkur vor der Sonne um 13:22h MESZ

und dann bei klarem Himmel

Merkur vor der Sonne um 14:55h MESZ

bei beiden Bildern ist etwa mittig ein Sonnenfleck (AR2542) zu sehen, sowie rechts darunter Merkur. Die Bilder gibt es (auch in größer) unter www.fotowald.de/thumbnails-132.html zu sehen. Eine wie immer exzellente Übersicht über weitere Berichte und Bilder gibt es wie immer bei Daniel Fischers Skyweek 2.0.

EDIT: Mittlerweile gibt es auch einen Bericht auf der Homepage der Sternwarte Aachen.

 

Merkurtransit am 9. Mai 2016 – (hoffentlich) auch in Aachen

In gut einer Woche ist es soweit, am Montag den 9. Mai ereignet sich ein sogenannter Merkurtransit, wobei Merkur von der Erde aus gesehen genau vor der Sonnenscheibe über den Himmel läuft. Dabei bedeckt der nur 12″ große Merkur eine Fläche von gerade einmal 0.004% der Sonnenoberfläche. Was unspektakulär klingt ist es auch; zumindest wenn man es mit dem Anblick von anderen Syzygien vergleicht.

Jedoch gibt es unter den großen Körpern im Sonnensystem nur drei Himmelskörper welche zwischen Erde und Sonne stehen können. Neben dem Mond, welcher uns dann eine (partielle oder totale) Sonnenfinsternis beschert, und der Venus bei einem Venustransit, ist Merkur dabei der am weitesten von der Erde entfernte Körper dem dies gelingt. Dazu gibt es auch einen schönen Beitrag bei den Scilogs. Dementsprechend klein erscheint Merkur wenn er vor der Sonnenscheibe entlangläuft. Hier eine Aufnahme des letzten von Deutschland aus beobachtbaren Merkurtransits von 2003:

Merkur (oben links) vor der Sonne am 7. Mai 2003
Merkur (oben links) vor der Sonne am 7. Mai 2003

Die Aufnahme entstand mit einem 90mm Maksutov Teleskop mit 1250mm Brennweite auf Diafilm.

Alleine deswegen, und auf Grund der Tatsache dass dies eine der wenigen Gelegenheiten ist Merkur überhaupt einmal zu Gesicht zu bekommen, lohnt es sich das Schauspiel am Montag 9. Mai genauer anzusehen – entsprechender Sonnenschutz vorausgesetzt.

Graphischer Verlauf des Merkurtransits.
Graphischer Verlauf des Merkurtransits.

Mit einem mit Sonnenfilter gut geschütztem Teleskop kann man um 13:12h MESZ beobachten wie der dunkle Merkur am Rand der Sonne  in diese eintritt. Nach etwas über drei Minuten ist Merkur dann komplett vor der Sonne und setzt seine Wanderung in Richtung Sonnenmitte fort. Am nächsten zum Zentrum der Sonnenscheibe wird Merkur um 16:56h MESZ sein um dann von 20:37h – 20:40h MESZ diese wieder zu verlassen. In Aachen steht die Sonne zu dem Zeitpunkt noch dreieinhalb Grad über dem Horizont. Die genauen Zeiten kann man sich z.B. bei CalSky berechnen lassen.

Aufgrund der geringen Größe des Merkurs, ist dieses Schauspiel, im Gegensatz zu einem Venustransit, nicht mit dem bloßen Auge und einer Sonnenfinsternisbrille zu sehen. Wer kein entsprechendes Equipment für die Beobachtung hat, kann sich das Schauspiel bei einer der vielen Veranstaltungen im deutschsprachigem Raum ansehen, u.a. natürlich auch in der Sternwarte in Aachen. Von 12:30h bis 21h wir die Sternwarte geöffnet sein. Bei gutem Wetter kann der Transit hier mit mehreren Teleskopen beobachtet werden. Zusätzlich, und um auch für schlechtes Wetter gerüstet zu sein, gibt es auch Vorträge zum Thema, sowie eine Vorführung des NASA Livestreams.

Sollte auch das nicht klappen, oder das Wetter jegliche Beobachtung verhindern, bleiben immer noch diverse Livestreams (z.B. vom Peterberg im Saarland). Am sichersten, zumindest Wettertechnisch, ist dabei der Stream der NASA, welcher Bilder vom Sonnenobservatorium SDO zeigt unter: http://mercurytransit.gsfc.nasa.gov. Dank seiner Position zwischen Erde und Sonne, hat der Satellit einen ungetrübten Blick auf das Geschehen.

In dem Sinne wünsche ich uns allen so schönes Wetter wie vor 13 Jahren, als keine einzige Wolke hier in Aachen den Blick auf Merkur vor der Sonne getrübt hat.

EDIT: Hier noch eine weitere Liste mit Angeboten und Veranstaltungen zum Merkurtransit in Deutschland:

http://merkurtransit.de/merkurtransit-beobachtung.htm

und Weltweit:

http://www.cosmos.esa.int/web/bepicolombo-mercurytransit/locations

Tag der Astronomie 2016

Der Tag der Astronomie 2016 findet am Samstag den 19.03.2016 statt. Wie in den vergangenen Jahren laden diverse astronomische Einrichtungen das Publikum ein, einen Einblick in die Welt der Astronomie zu bekommen. Koordiniert wird der Astronomietag von der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland, welche auch eine Liste mit angemeldeten Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum bereithält.

Natürlich lädt auch die Sternwarte Aachen wieder zu einem Tag und einer Nacht der offenen Türe ein. Ab 15h öffnet die Sternwarte ihre Türen und bietet neben dem beliebten Kinderprogramm und den Kindervorträgen am Nachmittag auch ein reichhaltiges Vortragsprogramm für alle interessierten bis in den späten Abend. Zu den Aktivitäten gehören wie auch in den letzten Jahren, die Simulation von Mondkratern sowie der Start von Wasserstrahlraketen. Mit den verschiedenen Instrumenten der Sternwarte kann, passendes Wetter vorausgesetzt, tagsüber die Sonne und der Mond, sowie am Abend der Sternhimmel beobachtet werden. Besonders interessante Objekte sind in diesem Jahr der Mond sowie Jupiter, welcher nahe seiner Opposition besonders gut zu beobachten ist.

Kaffee, kalte Getränke und kleine Snacks sind an der Sternwarte erhältlich. Der Eintritt ist natürlich frei.

Nachtrag:

Hier ein erster Pressebericht der Aachener Nachrichten auf der Homepage der Sternwarte: https://www.sternwarte-aachen.de/wir-ueber-uns/presseberichte.html, sowie ein ausführlicher Bericht mit Bildern auf der Homepage der Sternwarte: https://www.sternwarte-aachen.de/arbeitskreis/berichte/tag-der-astronomie-2016.html

„Chury“ mit 135mm

Der Komet Tschurjumow-Gerassimenko (offiziell engl: 67P/Churyumov-Gerasimenko) gehört sicher nicht zu den beeindruckendsten Kometen für einen Amateur Astronomen. Mit nur etwa 12mag befindet er sich momentan, Anfang Oktober 2015, zwischen Krebs und Löwe tief am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang. Dennoch ist „Chury“ etwas besonderes. Er war das Ziel der Rosetta Mission der ESA  und wird seit über einem Jahr von der Rosetta Sonde „umkreist“. Mit Philae gelang auch die erste (mehr oder weniger) weiche Landung auf einem Kometenkern, so dass „Chury“ schon jetzt zu den am besten erforschten Kometen des Sonnensystems gehört.

Und so habe ich die Herausforderung angenommen den Kometen mit meinem Equipment abzulichten. Leider hatten Wetter und Zeit lange Zeit nicht mitgespielt, so dass ich erst vergangene Nacht (am 02.10.2015) die Gelegenheit hatte den Kometen vor Sonnenaufgang ins Visier zu nehmen. Schöne Bilder kann ich mit meinem Equipment eh nicht liefern, das machen andere besser (z.B. Damian Peach, Michael Jäger oder andere Mitglieder der FG Kometen), also kam nur ein 135mm/2.8er Teleobjektiv zum Einsatz, welches ausreichend Brennweite hat und gleichzeitig kleinere Nachführfehler verzeiht. Leider ist die Mondphase Anfang Oktober verhältnismäßig ungünstig, so dass meine Lage am Südwestrand einer Großstadt nicht einmal das größte Problem sein sollte.

Von einer einzigen Position in unserem Garten kann der Komet gesehen werden. Um 4:40h MESZ geht der Komet über dem Dach auf um dann am Rande einer Kiefer bis zum Ende der astronomischen Dämmerung den Himmel empor zu klettern. Von 50 Aufnahmen mit meiner D90, 135mm abgeblendet auf 5.6, 800Iso und einer Belichtungszeit von 60s konnten so leider nur 16 verwendet werden, wo der Komet zwischen Dach und Baum sichtbar war und die Dämmerung noch nicht zu weit fortgeschritten war. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

Das große Bild zeigt einen auf die Hälfte verkleinerten Ausschnitt aus dem Original. Zunächst fällt die NGC2903 rechts oben im Bild ins Auge, welche mir auch bei der Wahl des Bildausschnitts geholfen hat. Am unteren rechten Rand des Ausschnitts (noch weiter unten Rechts ist nur Baum) sieht man dann die Position von „Chury“ am unteren Rande eines recht markanten Dreiecks von Sternen 9-10. Größe. Bei der Addition auf die Sterne zeigt sich eine verwaschene unscharfe Spur (linkes Inset). Zunächst hatte ich die Befürchtung nur eine kleine Galaxie abgelichtet zu haben (Hier ein Ausschnitt des DSS oder hier bei Google Sky zu sehen, Name und Helligkeit habe ich nicht herausbekommen). Jedoch befindet diese sich innerhalb des Dreiecks, während meine Spur sich außerhalb des gedachten Dreiecks aus Sternen befindet. Auch liefert die Addition mit Verschiebung in Fitswork dann ein scharfes Objekt an der Stelle des Kometen. Ich habe es also tatsächlich geschafft. Ich habe, knapp über dem Hausdach, über der 250000 EInwohner Stadt Aachen bei fast vollem Mond „Chury“ mit 135mm Brennweite nachweisen können :-)! Schön ist das Bild nicht, aber wie oben bereits geschrieben, das können andere auch besser. Ich habe meinen „eigenen Chury“ und warte jetzt wieder auf einfachere Kometen. Vielleicht haben wir ja mit Catalina im Dezember wieder ein schönes Objekt am Himmel.

Totale Mondfinsternis am 28. September 2015

Was für eine Finsternis! Die totale Mondfinsternis in den Morgenstunden des 28. Septembers 2015 konnte ich bei bestem Wetter bis zum Ende der Totalität verfolgen.

Für die meisten Aufnahmen kam dabei mein 114mm/900mm Newton zum Einsatz. Die Bilder sind in meinem Fotowald unter: http://www.fotowald.de/thumbnails-130.html zu sehen.

Eine Vielzahl an Berichten zur Finsternis gibt es u.a. bei Daniel Fischer oder unter http://www.mofi2015.de.