Der Merkurtransit 2016 an der Sternwarte Aachen

Es hat geklappt! Auch wenn das Wetter an den Tagen vor dem Merkurtransit deutlich besser war als am Tag des Transits selbst, so war der Himmel doch klar genug um in Aachen den größten Teil des Ereignisses zu sehen. Am Satellitenbild ist zu sehen, dass nur der Westen Deutschlands mit einer Zirrendecke bedeckt war, währen der Rest von Deutschland freie Sicht auf Merkur und Sonne hatte.

Zirren über der Sternwarte in Aachen trüben zwar den Blick auf Merkur und Sonne, verhindern ihn aber glücklicherweise nicht.

Neben dem 200/3000mm Zeiss-Refraktor der Sternwarte standen auch einige Private Teleskope zum Beobachten zur Verfügung.

Kurz nach dem zweiten Kontakt gelang mir folgende Aufnahme des Merkurscheibchens vor der Sonne:

Merkur vor der Sonne um 13:25h MESZ. Aufnahme mit fotografischer Sonnenfolie an einem 102mm/1350mm Maksutov mit einer s/w Kamera. Addition von 1% der besten Aufnahmen aus einem 3min Video.

Merkur ist hier deutlich als kleine Scheibe vor der Sonne zu sehen. Der Visuelle Eindruck zeigt sich besser bei diesen beiden Bildern, welche die Sonne komplett zeigen. Zunächst durch Zirren

Merkur vor der Sonne um 13:22h MESZ

und dann bei klarem Himmel

Merkur vor der Sonne um 14:55h MESZ

bei beiden Bildern ist etwa mittig ein Sonnenfleck (AR2542) zu sehen, sowie rechts darunter Merkur. Die Bilder gibt es (auch in größer) unter www.fotowald.de/thumbnails-132.html zu sehen. Eine wie immer exzellente Übersicht über weitere Berichte und Bilder gibt es wie immer bei Daniel Fischers Skyweek 2.0.

EDIT: Mittlerweile gibt es auch einen Bericht auf der Homepage der Sternwarte Aachen.

 

Merkurtransit am 9. Mai 2016 – (hoffentlich) auch in Aachen

In gut einer Woche ist es soweit, am Montag den 9. Mai ereignet sich ein sogenannter Merkurtransit, wobei Merkur von der Erde aus gesehen genau vor der Sonnenscheibe über den Himmel läuft. Dabei bedeckt der nur 12″ große Merkur eine Fläche von gerade einmal 0.004% der Sonnenoberfläche. Was unspektakulär klingt ist es auch; zumindest wenn man es mit dem Anblick von anderen Syzygien vergleicht.

Jedoch gibt es unter den großen Körpern im Sonnensystem nur drei Himmelskörper welche zwischen Erde und Sonne stehen können. Neben dem Mond, welcher uns dann eine (partielle oder totale) Sonnenfinsternis beschert, und der Venus bei einem Venustransit, ist Merkur dabei der am weitesten von der Erde entfernte Körper dem dies gelingt. Dazu gibt es auch einen schönen Beitrag bei den Scilogs. Dementsprechend klein erscheint Merkur wenn er vor der Sonnenscheibe entlangläuft. Hier eine Aufnahme des letzten von Deutschland aus beobachtbaren Merkurtransits von 2003:

Merkur (oben links) vor der Sonne am 7. Mai 2003
Merkur (oben links) vor der Sonne am 7. Mai 2003

Die Aufnahme entstand mit einem 90mm Maksutov Teleskop mit 1250mm Brennweite auf Diafilm.

Alleine deswegen, und auf Grund der Tatsache dass dies eine der wenigen Gelegenheiten ist Merkur überhaupt einmal zu Gesicht zu bekommen, lohnt es sich das Schauspiel am Montag 9. Mai genauer anzusehen – entsprechender Sonnenschutz vorausgesetzt.

Graphischer Verlauf des Merkurtransits.
Graphischer Verlauf des Merkurtransits.

Mit einem mit Sonnenfilter gut geschütztem Teleskop kann man um 13:12h MESZ beobachten wie der dunkle Merkur am Rand der Sonne  in diese eintritt. Nach etwas über drei Minuten ist Merkur dann komplett vor der Sonne und setzt seine Wanderung in Richtung Sonnenmitte fort. Am nächsten zum Zentrum der Sonnenscheibe wird Merkur um 16:56h MESZ sein um dann von 20:37h – 20:40h MESZ diese wieder zu verlassen. In Aachen steht die Sonne zu dem Zeitpunkt noch dreieinhalb Grad über dem Horizont. Die genauen Zeiten kann man sich z.B. bei CalSky berechnen lassen.

Aufgrund der geringen Größe des Merkurs, ist dieses Schauspiel, im Gegensatz zu einem Venustransit, nicht mit dem bloßen Auge und einer Sonnenfinsternisbrille zu sehen. Wer kein entsprechendes Equipment für die Beobachtung hat, kann sich das Schauspiel bei einer der vielen Veranstaltungen im deutschsprachigem Raum ansehen, u.a. natürlich auch in der Sternwarte in Aachen. Von 12:30h bis 21h wir die Sternwarte geöffnet sein. Bei gutem Wetter kann der Transit hier mit mehreren Teleskopen beobachtet werden. Zusätzlich, und um auch für schlechtes Wetter gerüstet zu sein, gibt es auch Vorträge zum Thema, sowie eine Vorführung des NASA Livestreams.

Sollte auch das nicht klappen, oder das Wetter jegliche Beobachtung verhindern, bleiben immer noch diverse Livestreams (z.B. vom Peterberg im Saarland). Am sichersten, zumindest Wettertechnisch, ist dabei der Stream der NASA, welcher Bilder vom Sonnenobservatorium SDO zeigt unter: http://mercurytransit.gsfc.nasa.gov. Dank seiner Position zwischen Erde und Sonne, hat der Satellit einen ungetrübten Blick auf das Geschehen.

In dem Sinne wünsche ich uns allen so schönes Wetter wie vor 13 Jahren, als keine einzige Wolke hier in Aachen den Blick auf Merkur vor der Sonne getrübt hat.

EDIT: Hier noch eine weitere Liste mit Angeboten und Veranstaltungen zum Merkurtransit in Deutschland:

http://merkurtransit.de/merkurtransit-beobachtung.htm

und Weltweit:

http://www.cosmos.esa.int/web/bepicolombo-mercurytransit/locations

International Sidewalk Astronomy Night 8 – ISAN8

Die von John Dobson, dem „Erfinder“ des Dobson Teleskops, gegründeten Sidewalk Astronomers („Bordstein-astronomen“) haben für für den 28.März 2015 die nächste, achte Internationale Nacht der Bordsteinastronomie (International Sidewalk Astronomy Night, ISAN8) ausgerufen.

Der vergangene ISAN7 stand ganz im Zeichen des kurz zuvor verstorbenen John Dobson und war ein voller Erfolg, etwa in Aachen, Bonn, Ingolstadt oder Berlin. Das vielerorts fantastische Wetter hatte da sicher seinen Beitrag,

Z Sidewalk Astronomie im Aachener Elisengarten 2014

Jedoch liegt der Termin 2015 nur eine Woche nach der Sonnenfinsternis am 20.03. und dem Tag der Astronomie am 21.03. und damit etwas ungünstig für die engagierten Amateure im deutschsprachigen Raum. Eine Übersättigung der Bevölkerung mit dem Thema Astronomie sehe ich eher nicht, da der Tag der Astronomie sich an bereits interessierte Personen richtet, welche aktiv zu einer der Veranstaltungen gehen, während die Sidewalk Astronomy Aktionen Personen ansprechen die sich zum größten Teil noch nie aktiv mit Astronomie beschäftigt haben. Insbesondere für Personen deren Interesse erst durch Aktionen einer ISAN geweckt wird, wäre genau die umgekehrte Reihenfolge von Vorteil, indem nämlich die ISAN als „Werbeaktion“ für den Tag der Astronomie (und in diesem speziellen Fall die partielle Sonnenfinsternis am 20.03.) genutzt wird. Für dieses Jahr ist das jedoch nicht mehr möglich, da die Sonnenfinsternis bereits zum kommenden Neumond stattfinden wird.

Da das Datum jedoch von den in Kalifornien, USA sitzenden Sidewalk Astronomers festgelegt wurde, wurde hier natürlich keine Rücksicht auf Termine in Europa genommen. Weder die Sonnenfinsternis, noch der Tag der Astronomie sind in den USA von Bedeutung. In meinen Augen spricht also einiges dafür einen eigenen, späteren Termin für eine deutsche / europäische Sidewalk Astronomy Veranstaltung zu finden. Vielleicht einen Samstag im September, rechtzeitig vor der Mondfinsternis am 28. September 2015? Ich würde mich freuen weitere Meinungen zu dem Thema in den Kommentaren zu lesen!

Sonnenfinsternis am 20.03. und Tag der Astronomie am 21.03.2015

Bereits zum 13. mal findet im deutschsprachigen Raum der Tag der Astronomie statt. Die Vereinigung der Sternfreunde hat sich auf die beiden Tage Freitag und Samstag 20. und 21. März 2015 festgelegt. Das Thema lautet „Schattenspiele“, da am Freitag Vormittag eine (in Deutschland) partielle Sonnenfinsternis zu beobachten ist. Der Hauptteil der Veranstaltungen wird jedoch am Samstag erfolgen. Bei der VdS gibt es eine Karte mit allen Veranstaltungsorten.

Wie in den vergangenen Jahren wird es auch 2015 ein Programm an der Sternwarte in Aachen geben. Auch wenn der genaue Ablauf noch nicht feststeht wird es am Samstag 21.03. ab 15h ein reichhaltiges Programm mit interessanten Vorträgen rund um die Astronomie geben. Zusätzlich wird, wenn das Wetter es zulässt, bereits am Tag die Sonne und am Abend der Sternenhimmel beobachtet. Neben dem großen Zeiss Refraktor der Sternwarte werden auch wieder eine Reihe von Amateurteleskopen zur Verfügung stehen, so das mit vielen unterschiedlichen Geräten gleichzeitig beobachtet werden kann. Für Kinder wird es die Möglichkeit geben Raumschiffe und Sonnenuhren aus Papier zu basteln. In den letzten Jahren waren die Simulation von Einschlagkratern, sowie der Abschuss einer Wasserstrahl-Rakete große Hingucker. Fotos der vergangenen Jahre gibt es u.a. auf der Seite der Sternwarte, sowie in meinem Fotowald (Tag der Astronomie 2012 und 2014).

Die Beobachtung der Sonnenfinsternis wird am Freitag 20.03.2015 ab 9:30h möglich sein. Also am Tag VOR dem Astronomietag.

Die Sternwarte Aachen beim Astronomietag 2014
Die Sternwarte Aachen beim Astronomietag 2014

Tag der Astronomie am 5.4.2014 an der Sternwarte Aachen

Wie auch in diesem Blog angekündigt wurde der Tag der Astronomie 2014, auch an der Sternwarte Aachen, mit einem Tag der offenen Türe begangen.

TagderAstronomie2014-SternwarteAachen_15_DSC_5393_Kopie_klein[1]
Der Tag der Astronomie an der Sternwarte in Aachen. Am Abend klarte es auf und neben dem Mond und Jupiter war auch der Mars im großen Refraktor der Sternwarte zu bewundern.
Simulation von Einschlagskratern

Die Vorträge im Vortragsraum waren gut Besucht. Da allerdings das Wetter anfangs noch keinen Blick auf ein Himmelsobjekt freigeben wollte, wurde bei dem warmen und trockenen Wetter am Nachmittag hauptsächlich gebastelt und gefachsimpelt. Besonders beliebt waren natürlich die Starts der Wasser-Raketen und die Simulation von Einschlagskratern. Hierbei wird die Mondoberfläche aus Mehl und Kakaopulver von Stein-Impaktoren von der Terasse der Sternwarte getroffen. Das war auch 2012 schon einer der Publikumslieblinge. So wurde das Kinderprogramm wie auch in der vergangenen Jahren zu einem großen Erfolg.

Sonnenuhren Basteln
Basteln von Sonnenuhren

Erst später war es dann auch möglich die Sonne zu beobachten und die gebastelten Sonnenuhren auf ihre Korrektheit zu überprüfen. Auch wenn das mit den selbstgebauten Sonnenuhren nur teilweise gelang.

In der Dämmerung klarte der Himmel schließlich komplett auf und es war möglich schon vor Sonnenuntergang den Jupiter und den Mond zu beobachten. Es ist ein richtiger Wettstreit entbrannt, wer denn nun als erster den Jupiter zu Gesicht bekommt. Gewonnen hat schließlich Lukas mit der Pi mal Daumen Methode. Ein mit -2mag verhältnismäßig schwacher Iridium Flare in der Dämmerung läutete schließlich die nächtlichen Beobachtungen ein. Neben dem großen Refraktor in der Sternwarte war vor allem der 13″ Selbstbau Dobson ein Hingucker. Aber auch die kleineren Teleskope, welche die Mitarbeiter des Arbeitskreises aufgestellt hatten waren immer wieder im Einsatz und Gesprächsstoff, da diese, viel eher als der Dobson oder der große Refraktor, auch für den Einstieg in die Astronomie in Frage kommen und damit also potentielle Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke von Interesse sind. Bis etwa 23:00h konnten so neben dem Mond auch die Planeten Jupiter mit seinen vier Galileischen Monden, der Mars und natürlich ein paar besonders Helle Deep-Sky Objekte wie M81/82, der Eskimo-Nebel oder der Kugelsternhaufen M3 beobachtet werden.

Neben den hier gezeigten und verlinkten Fotos, findet sich auch eine Reihe von Fotos zum Astrotag in Aachen auf meiner Homepage: http://www.fotowald.de/thumbnails-124.html. Auch wenn der Tag der Astronomie 2014 an der Sternwarte in Aachen nicht ganz so gut besucht war wie in früheren Jahren, was durchaus auch auf das Wetter zu schieben ist welches erst am Nachmittag den Blick auf den Himmel frei gab, so war es wieder ein sehr schöner Tag mit vielen interessierten Menschen und einer Reihe angeregter Diskussionen.

EDIT:

Auch in anderen Teilen Deutschlands wurde der Astronomietag genutzt um einer breiten Öffentlichkeit die Astronomie näher zu bringen. So u.a. hier in der Region in Bonn (dito) und am Hohen List, aber auch in Jena (dito), oder Rostock.

Ankündigung: Tag der Astronomie – 05. April 2014

Der Tag der Astronomie am Samstag dem 5. April rückt immer näher. Natürlich ist auch die Sternwarte Aachen wieder mit dabei. Ab 15:00h bis „Ende offen“ ist die Sternwarte dann geöffnet. Neben einer Reihe Vorträge wird es auch wieder Basteleien und Experimente für Kinder geben, sowie eine Ausstellung von Meteoren oder einfachen Sonnenuhren. Den ganzen Tag wird es, vorausgesetzt das Wetter spielt mit, natürlich auch die Möglichkeit geben Sonne und Mond, sowie später Planeten und andere astronomische Objekte zu beobachten. Dabei stehen neben dem 8″ Refraktor der Sternwarte auch eine Reihe privater Teleskope ganz unterschiedlicher Größen zur Verfügung.

Einen Eindruck des Tages der Astronomie 2012 kann man u.a. hier bekommen.

Tag der Astronomie 2012

„Sidewalk Astronomy“ im Gedenken an John Dobson

Zum Gedenken an den kürzlich verstorbenen Amateurastronomen John Dobson haben die Sidewalk Astronomers zu einer International Sidewalk Astronomy Night (ISAN), also einer öffentlichen Beobachtung, aufgerufen. John Dobson, der am 15. Januar 2014 im hohen Alter von 98 Jahren verstarb, is vor allem als der Entwickler des Dobson-Teleskops bekannt. Er ist ein Mitbegründer der oben erwähnten Sidewalk Astronomers (Gehweg-Astronomen). Bei der Gehweg-Astronomie geht es darum sich mit einem Teleskop auf einen belebten Platz zu stellen und vorbeigehende Passanten zur Beobachtung einzuladen. Auf diese Weise kann die Astronomie einem großen Publikum näher gebracht werden.

Auch einige Mitglieder des Arbeitskreises der Sternwarte Aachen haben an dieser Veranstaltung am 08. März 2014 teilgenommen und sich mit ihren Geräten im Elisengarten in Aachen aufgestellt.

Sidewalk Astronomers in Aachen
Teilnehmer an der ISAN 2014 im Gedenken an John Dobson

Bei idealem Wetter konnten tagsüber die Sonne (mit geeigneter Filterung im Weißlich und Licht der H-alpha Linie) sowie der Mond beobachtet werden. Dabei stand eine große Auswahl an Teleskopen, u.a. ein Refraktor mit Herschelkeil, und mehrere Maksutov-Teleskope mit Folien-Filtern zur Verfügung. Insbesondere für den Mond und die abendliche Beobachtung wurden dann größere Schmidt-Cassegrain Teleskope und natürlich einige Dobson Teleskope aufgebaut.

Weitere Fotos von der Veranstaltung gibt es unter: http://www.fotowald.de/thumbnails-119.html