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Live Beobachtungen an der Sternwarte Aachen

Nach wie vor ist an einen regulären Führungsbetrieb, in präsenz, nicht zu denken. Kommenden Samstag steht der fünf Tage alte Mond (also fünf Tage nach Neumond) hoch am Westhimmel. Nur einige Grad westlich steht der Mars.

Der Himmel am Samstag, 17.4.2021, wie er sich beim Blick nach Westen aus Aachen zeigen sollte. Wenn das Wetter mitspielt. Screenshot aus Stellarium.

Nachdem es am Tag der Astronomie dieses Jahr so gut funktioniert hat, versuchen wir erneut den Mond Live am 200/3000mm Zeis Refraktor der Sternwarte zu beobachten und zu kommentieren.
Und wenn das Wetter wirklich mitmacht … wir haben auch Technik zum Livestacken von tieferen Aufnahmen, etwa von Galaxien … aber da muss man sehen was da machbar ist. Wir betrachten das als Test der vorhandenen Technik.
Erstmal wollen wir am Samstag, 17.4.2021, ab 21h für etwa eine Stunde den Mond beobachten.

Kanal der Sternwarte
Livebeobachtung am Samstag

Digitaler Tag der Astronomie 2021 – Wir waren Live

Hier zeige ich ein paar Eindrücke vom zweiten digitalen Tag der Astronomie an der Sternwarte Aachen. Wie angekündigt gab es das erste Mal einen Youtube LiveStream aus der Sternwarte Aachen. Dadurch war die Sternwarte diesmal zwar nicht vollkommen verwaist, aber dennoch war es einsam im Vergleich zu früheren Jahren.

Die Aufzeichnung des Streams vom 20.3.2021 ist unter dem Link oben abrufbar. Wie man (nicht so gut) hört haben wir anfangs einige Tonprobleme. Dennoch würden wir den Versuch eines Livestreams aus der Sternwarte als erfolgreich werten. Die Anzahl der Besucher im Stream war vergleichbar mit der Anzahl der Besucher bei einer normalen Führung durch die Kuppel. Allerdings ist der Stream auch aufgezeichnet und kann nach wie vor auf Youtube angesehen werden.

Im Vorfeld haben wir uns lange mit der Technik zum Streamen beschäftigt. Für Interessierte, folgendes haben wir für den obigen Stream eingesetzt:

  • Open Broadcaster Software als Softwareencoder zum Mischen und Streamen
  • Ein altes Handy mit der App IP Webcam für die Kuppeltotale
  • Ein aktuelles Handy mit der App Droidcam OBS für die Live Führung durch die Kuppel
  • Eine DSLR mit HDMI -> USB Grabber am Refraktor
  • Ein Richtmikrofon und pro Person 1 Kabelheadset für den Ton

Beide Telefone haben ein Livebild per WLAN gestreamt, welches in OBS dann weiter verarbeitet wurde. Die DSLR gibt das Roh-Videosignal auf dem HDMI Port aus. Hier kam ein ganz einfacher HDMI -> USB Videograbber zum Einsatz welcher mit einem Verlängerungskabel direkt an den Laptop angeschlossen war. Der so erzeugte Videostream wurde dann wieder mit OBS aufgenommen.
Das Mikrofon oder die Headsets wurden ganz klassisch am Klinkeeingang des Laptops angeschlossen.
Weitere Fragen zu Details beantworte ich gerne …

Eine solche digitale Veranstaltung ist und kann kein Ersatz für einen echten Tag der offenen Türe sein. Dennoch müssen wir uns wohl für die nahe Zukunft überlegen wie die Astronomie auch digital für Interessierte vermittelt werden kann.

Tag der Astronomie Samstag 20.03.2021

Astronomietag 2021

Es ist wieder soweit. Auch dieses Jahr wird es wieder einen online Astronomietag geben. Der letzte (online-) Astronomietag ist fast genau ein Jahr her, so dass die Beschreibung zur Sonnenuhr von 2020 wieder fast exakt gilt, inklusive Beschreibung der Zeitgleichung. Basteln ist ja eh Zeitlos.

Organisiert wird der Tag wie immer von der Vereinigung der Sternenfreunde (VdS). Alle wichtigen Informationen sind dabei unter https://astronomietag.de/ zusammengefasst. Auch wenn in diesem Jahr die Veranstaltungssuche hauptsächlich lokale Onlineangebote findet.
Auch die Sternwarte Aachen macht in diesem Jahr wieder online mit. Neben den üblichen Informationen auf Twitter, Facebook oder Youtube gibt es dieses Jahr auch erstmalig einen Youtube Live Stream.

Dabei soll in erster Linie die Interaktion mit den (nicht anwesenden) Besuchern im Vordergrund stehen. Während der Liveübertragung gibt es auf Youtube die Möglichkeit im Livechat Fragen zu stellen, aber auch alle Fragen die per Mail, auf Twitter, Facebook oder hier im Kommentarbereich gestellt werden, werden wir versuchen im Livestream zu beantworten.

Jupiter, Saturn und Mond über dem Klinikum.

Ich habe es zwar immer noch nicht geschafft alle Bilder von Neowise aus dem Sommer zu bearbeiten, dennoch gibt es schon neue. Dieses Bild von der Jupiter / Saturn Kunjunktion und dem zunehmenden Mond habe ich gestern Abend aufgenommen. Es zeigt die drei Gestirne über dem Klinikum Aachen. Fand ich passend für 2020.

Hier der link zur originalen unskalierten Datei: https://www.above-horizon.de/blog/wp-content/uploads/2020/12/DSC_3285_raw_01.jpg

Halbschatten Mondfinsternis 10.01.2020

Das Jahr 2020 bietet eine ganze Reihe an Ereignissen am Himmel 2020. Gute Listen findedt man u.a. bei den Himmelslichtern und bei Skyweek 2.0 oder beim Planetarium Bochum. Etwas Foto-zentrisch sind die Übersichten bei den fstoppers, noch eine.
Den Anfang hat am heutigen Abend die Halbschattenfinsternis des Mondes gemacht. Dabei tritt der Mond nicht in den Kernschatten der Erde ein, sondern verbleibt im Halbschatten der Erde. Für einen Beobachter auf dem Mond würde das bedeuten, dass an keiner Position auf dem Mond die Sonne vollständig von der Erde verfinstert wird, sondern lediglich (zu unterschiedlichen Teilen) partiell verfindert wird.
Hier in Aachen gab es noch ein zusätzliches Problem in der Troposphäre, so war der Mond zu Beginn der Finsternis hinter Wolken versteckt.

Der halbschattenverfinsterte Mond am Abend des 10.1. in Aachen hinter durchziehenden Wolken. Aufnahme um 20:18h MEZ, also bereits nach der maximalen Eindringtiefe in den Halbschatten.

Doch kurz nach der maximalen Tiefe der Finsternis haben sich die Wolken etwas zurückgezogen und es gab größere vollkommen klare Lücken. Gerade bei einer Halbschattenfinsternis ist dies wichtig, da es hier besonders schwierig ist eine leichte Abdunklung durch Wolken von der Abdunklung durch den Halbschatten der Erde zu unterscheiden.

Halbschattenmondfinsternis am 10.1. um 20:23h MEZ. Einige Minuten nach der maximalen Verfinsterung, aber in einer Wolkenlücke. Das Bild wurde stark im Kontrast angehoben.

Bei dem Bild oben war der Mond in einer Wolkenlücke klar zu sehen, wobei die Abdunklung um den Südpol des Mondes bei einiger Erfahrung gut zu sehen war. Ungeübte Beobachter sahen hier ledigliche “einen normalen Vollmond”. Bei der Aufnahme oben wurde der Kontrast über die Gradationskurve stark angehoben, damit übertrifft die Deutlichkeit im Bild den Eindruck mit dem bloßen Auge.

Totale Mondfinsternis am 21. Januar 2019

Nachdem ich die totale Mondfinsternis im Sommer 2018 tatsächlich wegen schlechten Wetters verpasst hatte, spielte das Wetter bei der Mondfinsternis im Januar 2019 perfekt mit. Auch wenn es mit -10°C über der Schneedecke hier extrem kalt war, war doch der Himmel perfekt klar. Den Beginn der Finsternis habe ich aus dem Garten beobachtet, wo ich auch (work in progress) eine Zeitrafferaufnahme gestartet habe. Das Ende der Finsternis habe ich auf dem Steppenberg westlich von Aachen beobachtet. Dort stand der Mond tief im Nordwesten über dem leicht verscheiten Vaals (NL). Die Nahaufnahmen wurden alle an einem 4″ Maksutow mit 1350mm Brennweite gewonnen.

Weitere Bilder gibt es in meinem Fotowald.

Weitere Berichte gibt es u.a. bei Jans Himmelslichtern, oder wie immer in aller vollständigkeit bei Daniel in der Skyweek.

Eine kleine Mondfinsternis und (k)eine Sonnenfinsternis

Am 21.08.2017 fand in den USA die “great American Eclipse” statt. Als Saros-Nachfolder der “großen Europäischen Finsternis” von 1999 blieb es zumindest bei der Superlativen Bezeichnung.

Zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis steht der Vollmond immer noch nah am Knoten der Mondbahn mit der Ekliptik, so dass es hier häufig zu einer Mondfinsternis kommt. Die in diesem Falle partielle Mondfinsternis am 07.08.2017 konnt ich kurz nach Mondaufgang in den Alpen ablichten. Zunächst versteckte dsich der Mond noch hinter einem Berg und einem nahen Baum

Mondaufgang hinter Bergen und Bäumen

um dann aber doch noch, partiell vom Halbschatten verfinstert, sichtbar zu werden.

Partielle Halbschattenphase nach Mondaufgang. Am rechten unteren Rand ist die leichte Abdunklung des Mondes zu sehen.

Die Bilder der Mondfinsternis entstanden in den Alpen.

Die Sonnenfinsternis wollte ich hier von Aachen aus beobachten. Doch im Gegensatz zur Finsternis in Amerika, wo der Mond die Sonne vollständig bedecken sollte (so wie 1999 in Mitteleuropa), wäre die Finsternis hier gerade beim Sonnenuntergang mit unter 1% Bedeckung kaum zu sehen. Dennoch habe ich den Versuch gewagt und wurde leider auch noch enttäuscht. Kurz vor der interessanten Phase war die Sonne noch durch eine große Wolkenlücke zu beobachten

 

20min vor Begin der Sonnenfinsternis in Aachen. Die Sonne zeigt sich deutlich durch zwischen einigen Wolken.

Allerdings ist die Sonne dann doch 10min vor Begin der Finsternis hier in Aachen hinter der tiefen Wolkenbank verschwunden.

Die letzten Strahlen der Sonne. Zehn Minuten VOR dem beginn der winzigen Finsternis in Deutschland.

Schade. Ich hatte gehofft die Finsternis wenigstens von Aachen aus nachweisen zu können.

Die nächste Chance bekommen wir hier in knapp vier Jahren, wenn am 10. Juni 2021 die Sonne am Mittagshimmel zu 14% vom Mond bedeckt wird.