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Gedränge im Zenith

Während ich letzte Nacht den Frühlingshimmel visuell genossen habe, habe ich eine Bilderserie mit feststehender Kamera aufgenommen. Die Serie besteht aus 180 einzelnen Aufnahmen mit jeweils 30s Belichtung bei Blende 2.8 und 17mm an meiner Nikon D7200 bei ISO 1600. Für die Aufnahme unten wurden diese mit der Maximumsfunktion von Fitswork kombiniert.

Auch bei solch vergleichsweise einfachen Astroaufnahmen sind immer ein paar Dinge zu sehen. Ganz offensichtlich ist natürlich die Erddrehung über die gut eineinhalb Stunden der Aufnahme. In diesem Fall sind das etwa 25° um welche sich die Sterne scheinbar um den Himmelspol bewegen.  Dabei fällt sofort auf, dass auch Polaris (der helle Stern in der Nähe des Rotationszentrums) einen deutlich sichtbaren Bogen ausführt. Er liegt eben nicht exakt in der Verlängerung der Erdachse. Was mir letzte Nacht jedoch besonders aufgefallen ist, ist die große Anzahl an menschgemachten Objekten über unseren Köpfen. Bei der Serie ist kaum ein Einzelbild dabie wo nicht mindestens ein Flugzeug oder Satellit zu sehen ist. Durch die Kombinierung der Bilder auf das Maximum aller Einzelaufnahmen sind deren Leuchtspuren bei dieser Art der Aufnahme besonders deutlich zu sehen. Auch wenn diese Objekte den visuellen Beobachter deutlich weniger stören als die allgegenwärtige Lichtverschmutzung, ist es doch immer wieder (erschreckend) beeindruckend wie stark der Mensch den Himmel mittlerweile für sich eingenommen hat.

Strichspuraufnahme un den Himmelsnordpol

Strichspuraufnahme um den Polarstern

Eine kleine Mondfinsternis und (k)eine Sonnenfinsternis

Am 21.08.2017 fand in den USA die “great American Eclipse” statt. Als Saros-Nachfolder der “großen Europäischen Finsternis” von 1999 blieb es zumindest bei der Superlativen Bezeichnung.

Zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis steht der Vollmond immer noch nah am Knoten der Mondbahn mit der Ekliptik, so dass es hier häufig zu einer Mondfinsternis kommt. Die in diesem Falle partielle Mondfinsternis am 07.08.2017 konnt ich kurz nach Mondaufgang in den Alpen ablichten. Zunächst versteckte dsich der Mond noch hinter einem Berg und einem nahen Baum

Mondaufgang hinter Bergen und Bäumen

um dann aber doch noch, partiell vom Halbschatten verfinstert, sichtbar zu werden.

Partielle Halbschattenphase nach Mondaufgang. Am rechten unteren Rand ist die leichte Abdunklung des Mondes zu sehen.

Die Bilder der Mondfinsternis entstanden in den Alpen.

Die Sonnenfinsternis wollte ich hier von Aachen aus beobachten. Doch im Gegensatz zur Finsternis in Amerika, wo der Mond die Sonne vollständig bedecken sollte (so wie 1999 in Mitteleuropa), wäre die Finsternis hier gerade beim Sonnenuntergang mit unter 1% Bedeckung kaum zu sehen. Dennoch habe ich den Versuch gewagt und wurde leider auch noch enttäuscht. Kurz vor der interessanten Phase war die Sonne noch durch eine große Wolkenlücke zu beobachten

 

20min vor Begin der Sonnenfinsternis in Aachen. Die Sonne zeigt sich deutlich durch zwischen einigen Wolken.

Allerdings ist die Sonne dann doch 10min vor Begin der Finsternis hier in Aachen hinter der tiefen Wolkenbank verschwunden.

Die letzten Strahlen der Sonne. Zehn Minuten VOR dem beginn der winzigen Finsternis in Deutschland.

Schade. Ich hatte gehofft die Finsternis wenigstens von Aachen aus nachweisen zu können.

Die nächste Chance bekommen wir hier in knapp vier Jahren, wenn am 10. Juni 2021 die Sonne am Mittagshimmel zu 14% vom Mond bedeckt wird.

Tagbeobachtung der Venus während der unteren Konjunktion 2017

Am 25.03.2017 stand die Venus in unterer Konjuktion zur Sonne. Dabei steht die Venus zwischen Erde und Sonne. Durch die Neigung der Bahnebenen zueinander, steht die Venus dabei meistens etwas über oder unter der Sonne. Nur selten (wie z.B. 2004 und 2012) steht Venus genau vor der Sonne und ist dann als schwarze Scheibe vor der Sonne zu beobachten, dies nennt sich dann Venustransit.

Im Jahr 2017 stand Venus zum Zeitpunkt der unteren Konjunktion etwa 8° nördlich von der Sonne. Für beobachter auf der Nordhalbkugel sind das ideale Bedingungen die sehr dünne Sichel zu beobachten, da die Venus über der Sonne am Himmel steht.

Zum gestrigen Tag der Astronomie (und dem Tag der eigentlichen unteren Konjunktion) war der Himmel über Aachen leider nicht klar genug um die Venus zu finden. Auch ist eine Sichtung der Venus nicht ganz einfach, und damit nicht unbedingt geeignet für eine große öffentliche Veranstaltung. Am 26.03. also einen Tag nach der unteren Konjuktion gelang mir folgende Sichtung der Venus.

Die Venus am 26.03.2017 um 15h MESZ am Taghimmel. Einzelne Aufnahme mit einer D90 und einem 4″ Maksutov mit 1350mm Brennweite.

Das Bild zeigt eine einzelne Belichtung mit 1350mm Brennweite am 26.03.2017 um exakt 15h MESZ.

Das Foto gibt gut den Eindruck im Teleskop zu einem Zeitpunkt mit gutem Seeing wieder.

 

Halbschatten Mondfinsternis am 16.09.2016

Heute am frühen Abend ereignete sich über dem größten Teil der Erde eine Halbschattenmondfinsternis. Da der Mond hier nicht in den Kernschatten der Erde vordringt, die Sonne also überall auf dem Mond zumindest noch teilweise scheint, zeigt sich die Finsternis nur in einer leichten Verdunklung des Mondrandes auf einer Seite.

Hier in Aachen war der Mond zum Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung noch hinter einer Wolkenbank verborgen.

zeigte sich jedoch bald darauf mit seiner minimalen Verdunklung am oberen Rand:

was in der Kontrastverstärkten Version deutlich besser zu sehen ist

Mit dem bloßen Auge war die Finsternis kaum zu sehen und es wirkte wie eine normale Vollmondnacht.

Weitere Bilder von mir gibt es in meinem Fotowald, und eine wachsende Anzahl aktueller Links bei Daniels Skyweek.

Dreimal Mond

Aufnahmen vom zunehmenden Mond am 16.05.2016. Eigentlich nur Testaufnahmen mit einer ASI 120MM s/w Kamera an meinem 102mm/1350mm Maksutov, aber dennoch sehenswert.

Aufnahme als 16bit *.ser Datei, je 90 s bei 10 fps. Addition der besten 8% mit Autostakkert2. Keine weitere Bearbeitung.

Moon_213005_AS_p8_g4_ap962_Drizzle15_conv_1200

Moon_213518_AS_p8_g4_ap1296_Drizzle15_conv_1200

Moon_212704_AS_p8_g4_ap3362_Drizzle15_conv_1200

Der Merkurtransit 2016 an der Sternwarte Aachen

Es hat geklappt! Auch wenn das Wetter an den Tagen vor dem Merkurtransit deutlich besser war als am Tag des Transits selbst, so war der Himmel doch klar genug um in Aachen den größten Teil des Ereignisses zu sehen. Am Satellitenbild ist zu sehen, dass nur der Westen Deutschlands mit einer Zirrendecke bedeckt war, währen der Rest von Deutschland freie Sicht auf Merkur und Sonne hatte.

Zirren über der Sternwarte in Aachen trüben zwar den Blick auf Merkur und Sonne, verhindern ihn aber glücklicherweise nicht.

Neben dem 200/3000mm Zeiss-Refraktor der Sternwarte standen auch einige Private Teleskope zum Beobachten zur Verfügung.

Kurz nach dem zweiten Kontakt gelang mir folgende Aufnahme des Merkurscheibchens vor der Sonne:

Merkur vor der Sonne um 13:25h MESZ. Aufnahme mit fotografischer Sonnenfolie an einem 102mm/1350mm Maksutov mit einer s/w Kamera. Addition von 1% der besten Aufnahmen aus einem 3min Video.

Merkur ist hier deutlich als kleine Scheibe vor der Sonne zu sehen. Der Visuelle Eindruck zeigt sich besser bei diesen beiden Bildern, welche die Sonne komplett zeigen. Zunächst durch Zirren

Merkur vor der Sonne um 13:22h MESZ

und dann bei klarem Himmel

Merkur vor der Sonne um 14:55h MESZ

bei beiden Bildern ist etwa mittig ein Sonnenfleck (AR2542) zu sehen, sowie rechts darunter Merkur. Die Bilder gibt es (auch in größer) unter www.fotowald.de/thumbnails-132.html zu sehen. Eine wie immer exzellente Übersicht über weitere Berichte und Bilder gibt es wie immer bei Daniel Fischers Skyweek 2.0.

EDIT: Mittlerweile gibt es auch einen Bericht auf der Homepage der Sternwarte Aachen.

 

“Chury” mit 135mm

Der Komet Tschurjumow-Gerassimenko (offiziell engl: 67P/Churyumov-Gerasimenko) gehört sicher nicht zu den beeindruckendsten Kometen für einen Amateur Astronomen. Mit nur etwa 12mag befindet er sich momentan, Anfang Oktober 2015, zwischen Krebs und Löwe tief am Morgenhimmel vor Sonnenaufgang. Dennoch ist “Chury” etwas besonderes. Er war das Ziel der Rosetta Mission der ESA  und wird seit über einem Jahr von der Rosetta Sonde “umkreist”. Mit Philae gelang auch die erste (mehr oder weniger) weiche Landung auf einem Kometenkern, so dass “Chury” schon jetzt zu den am besten erforschten Kometen des Sonnensystems gehört.

Und so habe ich die Herausforderung angenommen den Kometen mit meinem Equipment abzulichten. Leider hatten Wetter und Zeit lange Zeit nicht mitgespielt, so dass ich erst vergangene Nacht (am 02.10.2015) die Gelegenheit hatte den Kometen vor Sonnenaufgang ins Visier zu nehmen. Schöne Bilder kann ich mit meinem Equipment eh nicht liefern, das machen andere besser (z.B. Damian Peach, Michael Jäger oder andere Mitglieder der FG Kometen), also kam nur ein 135mm/2.8er Teleobjektiv zum Einsatz, welches ausreichend Brennweite hat und gleichzeitig kleinere Nachführfehler verzeiht. Leider ist die Mondphase Anfang Oktober verhältnismäßig ungünstig, so dass meine Lage am Südwestrand einer Großstadt nicht einmal das größte Problem sein sollte.

Von einer einzigen Position in unserem Garten kann der Komet gesehen werden. Um 4:40h MESZ geht der Komet über dem Dach auf um dann am Rande einer Kiefer bis zum Ende der astronomischen Dämmerung den Himmel empor zu klettern. Von 50 Aufnahmen mit meiner D90, 135mm abgeblendet auf 5.6, 800Iso und einer Belichtungszeit von 60s konnten so leider nur 16 verwendet werden, wo der Komet zwischen Dach und Baum sichtbar war und die Dämmerung noch nicht zu weit fortgeschritten war. Das Ergebnis sieht folgendermaßen aus:

Das große Bild zeigt einen auf die Hälfte verkleinerten Ausschnitt aus dem Original. Zunächst fällt die NGC2903 rechts oben im Bild ins Auge, welche mir auch bei der Wahl des Bildausschnitts geholfen hat. Am unteren rechten Rand des Ausschnitts (noch weiter unten Rechts ist nur Baum) sieht man dann die Position von “Chury” am unteren Rande eines recht markanten Dreiecks von Sternen 9-10. Größe. Bei der Addition auf die Sterne zeigt sich eine verwaschene unscharfe Spur (linkes Inset). Zunächst hatte ich die Befürchtung nur eine kleine Galaxie abgelichtet zu haben (Hier ein Ausschnitt des DSS oder hier bei Google Sky zu sehen, Name und Helligkeit habe ich nicht herausbekommen). Jedoch befindet diese sich innerhalb des Dreiecks, während meine Spur sich außerhalb des gedachten Dreiecks aus Sternen befindet. Auch liefert die Addition mit Verschiebung in Fitswork dann ein scharfes Objekt an der Stelle des Kometen. Ich habe es also tatsächlich geschafft. Ich habe, knapp über dem Hausdach, über der 250000 Einwohner Stadt Aachen bei fast vollem Mond “Chury” mit 135mm Brennweite nachweisen können :-)! Schön ist das Bild nicht, aber wie oben bereits geschrieben, das können andere auch besser. Ich habe meinen “eigenen Chury” und warte jetzt wieder auf einfachere Kometen. Vielleicht haben wir ja mit Catalina im Dezember wieder ein schönes Objekt am Himmel.

Totale Mondfinsternis am 28. September 2015

Was für eine Finsternis! Die totale Mondfinsternis in den Morgenstunden des 28. Septembers 2015 konnte ich bei bestem Wetter bis zum Ende der Totalität verfolgen.

Für die meisten Aufnahmen kam dabei mein 114mm/900mm Newton zum Einsatz. Die Bilder sind in meinem Fotowald unter: https://www.fotowald.de/thumbnails-130.html zu sehen.

Eine Vielzahl an Berichten zur Finsternis gibt es u.a. bei Daniel Fischer oder unter http://www.mofi2015.de.